Die Gründerjahre
In dem Schützenleben der Büttgener Schützenbruderschaft sind Ende des letzten Jahrhunderts Veränderungen vor sich gegangen, die sich noch heute in ihren Grundzügen wiederfinden. Bei der Struktur des Regi-mentes und der Schützenzüge war der Einfluß Preußens nicht zu verleugnen.
Mit dem 1. Januar 1900 trat das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft, in dem auch das Vereinsrecht geregelt wurde. So ergab sich auch die Notwendigkeit, die Satzung der Büttgener Schützenbruderschaft neu zu überarbeiten. Dieser Mühe hat sich der seit 1894 tätige Bürgermeister Robert Grootens mit Unterstützung fachkundiger Schützen unterzogen und eine neue Satzung ent-worfen, die am 28. Mai 1905 in der General-versammlung der Bruderschaft Büttgens beschlossen wurde und noch wesentliche Züge der heutigen Satzung erkennen läßt.
In dieser Zeit wuchs die Zahl der Mitglieder der Schützen kräftig an, so daß eine Reihe neuer Schützenzüge gegründet wurde. Alle Züge zusammen bildeten das Schützen-regiment.
Unter dem Einfluß des südafrikanischen Burenkrieges hatten sich in Büttgen auch zwei Burenzüge gebildet. Nach mündlichen Überlieferungen entschlossen sich seinerzeit die Mitglieder eines der beiden Burenzüge zu einer grundsätzlichen Umwandlung, denn sie gründeten im Jahre 1906 einstimmig das Büttgener Sappeurcorps. Maßgebend für die Gründung des Sappeurcorps Büttgen war Gottfried Lauth, der als Hauptmann fünf Jahre lang an der Spitze dieser blau-weißen Truppe stand.
peurcorps neu aufgebaut und es dabei stark verjüngt. In dieser Zeit bestand das Corps aus insgesamt 13 Mitgliedern. In dieser Formation marschierte das Corps mit leich-ten Veränderungen die nächsten 20 Jahre bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges. Dem Hauptmann Franz Lauth zur Seite standen Andreas Schmitz als Flügelleutnant und Johann Kemmerling als Spieß.
Als Wach- und Vereinslokal wählten die Sappeure im Jahre 1922 die gerade von Franz Bresser übernommene Bahnhofsgaststätte.
Im Jahre 1936 feierte Franz Lauth sein 25-jähriges Jubiläum als Zugführer und trat hierbei erstmals in schwarzen Stiefeln mit entsprechender weißer Hose auf. Zu diesem Ereignis, daß mit dem 30-jährigen Jubiläum des Sappeurcorps einherging, spendierten sich die Sappeure neue Pützer, denn von nun an wurden die zweifarbigen Pützer durch Weiße ersetzt, die noch heute getragen wer-den.
In die Zeit seiner Führung fallen auch drei Jahre vor dem zweiten Weltkrieg, in denen das Büttgener Schützenfest nicht von der St. Sebastianus-Bruderschaft ausgerichtet werden konnte, sondern von einem Bürgerschützenverein durchgeführt wurde. Das letzte Schützenfest in Büttgen vor diesem Krieg fand im Jahre 1938 statt.
Nach dem zweiten Weltkrieg fand wiederum ein Neuaufbau des Sappeurcorps statt, bei dem Franz Lauth jedoch auf einige bewährte Sappeure zurückgreifen konnte.