Chronik

Die fünfziger Jahre

Im jugendlichen Alter von 25 Jahren wurde Michael Koch 1950 in das Sappeurcorps eingegliedert.Als Franz Lauth im Jahre 1951 vierzig Jahre an der Spitze "seines" Sappeurcorps stand, war dies zurecht ein Anlaß zu einem groß angelegten Fest, bei dem es zu einem Treffen der Sappeurzüge des ganzen Umlandes in Büttgen kam. Bei diesem Fest gab es wie bei einem Schützenfest einen Umzug und eine Parade auf der Driescher Straße, die der Jubilar an der Seite des damaligen Schützen­königs Wilhelm Haas abnahm.

1952 war Theodor Schnitzler vom Sappeur­corps zusammen mit Peter Kluck Minister des Schützenkönigs Karl Nischan vom Jä­gerzug Grün-Weiß.

Im Jahre 1953 fand ein Wechsel in dieser Dreiergruppe statt, denn mit Theodor Schnitzler stellten die Sappeure zum ersten Mal seit Bestehen des Corps einen Schützen­könig. Der Mitbewerber beim Vogelschuß war der Pastor Ferdinand Woters. Als seine Minister standen Theodor Schnitzler der Vorjahreskönig Karl Nischan und der Vor­jahresminister Peter Kluck zur Seite. Die Königin war seine Ehefrau Margarete. Seine Schützenkameraden erinnern sich noch deutlich an den großen Sappeurhut, den sie als Dekoration bei seiner Residenz an der Glehner Straße angebracht hatten.

Das Schießen selber fand in diesen Jahren nicht in Büttgen, sondern in Driesch statt. Auch wurde nicht in Verbindung mit dem Schützenfest geschossen, sondern ca. 2 Mo­nate vorher. Erst von 1959 wurde an wurde in Büttgen, und von 1963 an am Schützen­festdienstag geschossen.

Im Jahre 1955 wurde Wolfgang Damm Mitglied im Sappeurcorps.

Nach 46 Jahren als Hauptmann und nachher als Major legte Franz Lauth 1957 sein Amt als Zugführer des Sappeurcorps nieder und übergab dieses Amt Johann Kemmerling, der zu diesem Zeitpunkt bereits 37 Jahre lang aktives Mitglied und zuletzt als Oberleutnant

der wichtigste Mitarbeiter von Franz Lauth gewesen war.

Unter seiner Leitung knüpften die Sappeure vor allem etliche überörtliche Kontakte an, und seither sind sie bei vielen Schützenfe­sten der näheren und weiteren Umgebung gern gesehene Gäste.

1960 bis 1970

Bei seinem 40-jährigen Corpsjubiläum im Jahre 1960 zog sich dann Johann Kemmer­ling aus dem aktiven Dienst der Sappeure zurück. Dafür rückte in der Reihe ein neuer Sappeur nach, der sich schon bei Sonderein­sätzen bewährt hatte, sein Name ist: Martin Ackers.

Heinz Kamps übernahm als Major die Füh­rung des Sappeurcorps. Ihm zur Seite stan­den Herrmann Lessmann als Leutnant und Wolfgang Damm als Spieß.

1961 erhielt das Sappeurcorps erneut Ver­stärkung, denn Josef Kemmerling wurde in das Corps aufgenommen. Im Jahre 1964 be­schloß das Sappeurcorps unter der Leitung von Major Heinz Kamps, einen Zugkönig auszuschießen. Die Königskette wurde zu diesem Anlaß von dem damaligen Mitglied des Sappeurcorps, Günter Heinzel, gestiftet. Der erste Zugkönig des Sappeurcorps war im Jahre 1965 Hermann Lessmann.

Günter Heinzel vom Sappeurcorps trat 1965 aus Anlaß des 60-jährigen Jubiläums zu­sammen mit Kaspar Wihsdorf vom Zug Heimattreue, Peter Heck von den Scheiben­schützen und Franz Schnitzler vom Grena­dierzug Treu-Deutsch an, um den Königsvo­gel für das Schützenfest 1966 auszuschießen. Nach einem spannenden Wettkampf unterlag Günter Heinzel jedoch Franz Schnitzler, der das Schießen im 171. Schuß für sich ent­scheiden konnte.

Als kleine Entschädigung konnte Günter Heinzel 1966 jedoch das Schießen um die Königswürde des Sappeurcorps für sich entschieden.

Im Jahre 1966 beging das Sappeurcorps festlich den 60. Jahrestag seiner Gründung. Die Festlichkeiten, an die sich die Mitglieder noch gerne zurückerinnern, fanden in der Gaststätte Wirkus statt. Major Heinz Kamps wurde bei dieser Feier vom Bund der Histo­rischen Deutschen Schützenbruderschaften die „ Salm-Reifferscheid-Plakette“ verliehen. Gemeindedirektor Arnold Möllmann, Her­mann Dropmann und Johann Giesen wurden als Ehrenmitglieder aufgenommen; bei spä­terem Anlaß folgten ihnen noch Hubert Bayer und Heinrich Kuckhoff.

1967 stand mit Wolfgang Damm wiederum ein Sappeur zusammen mit Karl-Heinz Pa­gel, Jakob Dicken und Bürgermeister Eduard Klüber an der Stange, um den Schützen-könig für 1968 auszuschießen. Mit dem 230. Schuß holte jedoch Eduard Klüber den Vogel von der Stange.

Peter Schmitz hatte das notwendige Glück beim Zugschießen und wurde in diesem Jahr Zugkönig des Sappeurcorps.

Im Jahre 1968 wurde es wieder einmal span­nend. Mit Michael Koch und Josef Schmitz hatten sich zwei Sappeure schon rechtzeitig in die Schießliste eingetragen. Doch dann trugen sich kurz vor Schließung dieser Liste fünf Mitglieder des Grenadierzuges „Die Braven“ ebenfalls ein, und die Sappeure hat­ten das nachsehen, denn Karl-Heinz Rayer­mann konnte das Glück für sich buchen und wurde Schützenkönig des Jahres 1969.

Nach hartem Kampf um die Königswürde des Zugkönigs blieb 1968 Major Heinz Kamps erfolgreich. Michael Koch löste Heinz Kamps 1969 als Zugkönig ab.

Die siebziger Jahre

„Einmal ist keinmal“, sagte sich Wolfgang Damm und trat zusammen mit seinen Zug­kameraden Karl Kreuter und Gemeindedi­rektor Arnold Möllman, passives Mitglied

des Sappeurcorps, am Schützenfestdienstag 1969 an die Vogelstange.

Mit dem 164. Schuß hatte Wolfgang Damm diesmal das Glück auf seiner Seite und wurde Schützenkönig für das Jahr 1970. Mit seiner Ehefrau Christel als Königin feierten sie ein wunderbares Schützenfest. Arnold Möllmann und Heinz Esser standen ihm als Minister zur Seite. Die Residenz von S.M. Wolfgang I. wurde an der Elisabethstraße errichtet. Das Sappeurcorps übernahm die Aufgaben eines Ehrenzuges. Josef Kem-merling begleitete als Zugkönig den Schüt-zenkönig Wolfgang Damm durch das Schützenjahr.

In diesem Jahr gab es in Büttgen eine Neu­heit. Zur nächtlichen Stunde wurde dem neuen König die genaue Uhrzeit vom Kirch­turm der St. Aldegundis Kirche angezeigt, denn der Kirchturm hatte eine Uhr erhalten.

Am Schützenfestdienstag 1970 trat Arnold Möllmann erneut zusammen mit Karl-Heinz Pagel, Heinrich Franken, Kaplan Gerhard Kolmschot, Heinz-Josef Harlizius und Hel­mut Haas an die Stange.

Der Gemeindedirektor, Festausschußmit­glied und passives Mitglied im Sappeurcorps Arnold Möllmann war der Schützenkönig für des Schützenjahr 1971, Schützenkönigin war seine Ehefrau Erika. Seine Minister wurden Heinz-Josef Harlizius und Franz Weiers.

Auch in diesem Jahr übernahmen die Sap­peure noch einmal die Aufgaben des Eh­renzuges. Besondere Gäste waren neben Gä­sten aus Nah und Fern Vertreter der Partner­gemeinde Lichtenvoorde aus den Niederlan­den.

Wolfgang Damm hatte auch 1971 das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, denn er wurde in diesem Jahr König der Sappeure.

1972 wiederholte Josef Kemmerling seinen Erfolg von 1970 und wurde zum zweiten Mal Zugkönig. In diesem Jahr wurde das Corps um einen Sappeur größer, denn

Barthel Winands wurde in das Sappeurcorps aufgenommen.

Zu den guten Erinnerungen der Büttgener Sappeure aus dem Jahre 1973 gehört die Teilnahme am Bundesschützenfest in Kob­lenz.

Die Veranstaltung begann mit einem feierli­chen Pontifikalamt unter sonnigem Himmel am Deutschen Eck. Anschließend erfolgte der Festumzug durch die Straßen von Kob­lenz. Das Sappeurcorps mit Zugkönig Karl Schmitz wurde mit viel Beifall bedacht und gehörte zu den meistfotografierten Forma­tionen des ganzen Festzuges. Auf der Tri­büne vor dem Koblenzer Schloß erfolgte dann der Vorbeimarsch am Bundeskönigin­nenpaar und den Ehrengästen, unter ihnen der damalige Ministerpräsident Helmut Kohl. Plötzlich ging ein Ruck durch die Eh­rengäste, als die schmucken Büttger Sap­peure anrückten und als erstes Corps im ge­konnten Stechschritt an der Ehrentribüne vorbeimarschierten.

1974 wurde Peter Peter in das Sappeurcorps eingegliedert. Hermann Leßmann, der sich 1965 als erster Zugkönig auch die erste Pla-kette mit seinem Namen gravieren ließ, hatte es auch 1974 geschafft, die letzte freie Pla-kette als Zugkönig mit seinem Namen zu versehen. Diese erste Königskette bestand neben dem Wappenschild aus insgesamt zehn Medaillen und war durch ihre Gestal-tung auch nicht veränderbar. Daher wurde im Corps beschlossen, für das kommende Jahr eine neue Königskette anzuschaffen. Als erster Zugkönig durfte 1975 Heinz Kamps diese neue Königskette des Sappeur-corps tragen.

Beim ersten Hallen-Fußballturnier der St. Sebastianus-Bruderschaft gab das Sappeur­corps im März 1976, in seinem 70. Jubel­jahr, einen sportlichen Auftakt.

Zum 70-jährigen Bestehen des Sappeurcorps kamen aus dem Umland insgesamt 13 Gast­corps zum Schützenfest nach Büttgen und nahmen an der großen Königsparade

am Sonntag, dem 27. Juni 1976, teil. In diesem Jahr trug Hermann Leßmann bereits zum dritten Mal die Königskette des Corps durch die Straßen Büttgens.

Der Schützenfest-Sonntag begann zunächst mit einem gemeinsamen Frühstück beim Oberst Heinrich Kuckhoff. Das weitere Vormittagsprogramm des Sappeurcorps war wie in jedem anderen Schützenjahr. Um 13.00 Uhr war dann der Empfang der Gäste im Radsportzentrum. An dieser Jubiläums-feier nahmen neben vielen Ehrengästen und Vorstandsmitgliedern die Sappeurcorps aus Norf, Holzheim, Glehn, Kleinenbroich, Kapellen, Holzbüttgen, Delrath, Reuschen-berg, Büttgen-Vorst, Neuss-Furth, Weck-hoven, Gnadental und Grefrath teil.

Im Anschluß an die Königsparade und den Umzug durch die Straßen von Büttgen wur­den die Gäste im Festzelt durch den Festaus­schuß begrüßt.

In den Folgejahren widmete sich das Sap­peurcorps ganz der Pflege schützenbruder­schaftlicher Traditionen. Es wurden Schüt­zenfeste im nahen und weiten Umkreis be­sucht, dabei wurden Freundschaften ge­schlossen, die noch heute Bestand haben. 1977 wurde Barthel Winands Zugkönig des Sappeurcorps.

Nach dem Schützenfest 1977 trat Heinz Kamps als Major des Sappeurcorps zurück. Sein Nachfolger wurde Hermann Lessmann. Heinrich Pusch und Thomas Willems wur­den als neue Mitglieder im Corps aufge­nommen.

Durch die Initiative von Martin Ackers in Verbindung mit dem neuen Major Hermann Lessmann wurde 1978 mehrheitlich im Corps beschlossen, ein Jungsappeurcorps zu gründen. Dieses Jungcorps bestand aus zehn Jugendlichen im Alter von 13 Jahren. Der Zugführer war Peter Ackers. Mit zur Corps­führung gehörte Georg Hausmann als Leut­nant und Holger Heurs als Spieß. In den ersten Jahren der Wachstumsphase.

trugen die Jungsappeure weiße Hosen mit hellblauen Hemden und eine blaue Kappe. Das Beil war aus Holz. Die Jungsappeure nahmen von nun an auch am Zugkönigsschießen teil. Haupt­mann Wolfgang Damm stiftete den „Jungen Sappeuren“ hierzu eine Königskette. Guido Faßbender holte als erster Jungsappeur den Vogel von der Stange und wurde 1978 Zug­könig des Jungsappeurcorps. Peter Peter holte den großen Sappeurvogel herunter und wurde 1978 Zugkönig des Sappeurcorps.

Thomas Willems, der Benjamin unter den Sappeuren, wurde 1979 jüngster Sappeur­könig. Auch bei den Jungsappeuren wurde ein Thomas Zugkönig, nämlich Thomas Knoch.

1980 bis 1985

1980 war es Michael Koch, der den hölzer­nen Vogel herunterholte und als neuer Zug­könig gefeiert wurde. Der Zugkönig des Jungcorps hieß in diesem Jahr Ralf Küsters.

Am Abend nach dem Kegelturnier 1980 wurde die Idee geboren, zusammen mit dem Grenadierzug "Rheintreue" ein Skatturnier für die Bruderschaft auszurichten. Drei Jahre lang waren beide Züge Ausrichter dieses Turniers. Ab dem vierten Jahr führten die Grenadiere dann die Veranstaltung in Eigen­regie weiter.

1981 wurde im kath. Pfarrzentrum das 75-jährige Corpsjubiläum im Kreise vieler Gä­ste festlich gefeiert. Alle Anwesenden erin­nern sich noch heute an die großartige, mit humoristischen Einlagen versehene Lauda­tio, die Heinz Kamps gehalten hat. Anläßlich des Jubiläums wurde dem Präses Pastor Kolmschot ein neues Casel in den Sappeur­farben blau und weiß überreicht.

Der Zugkönig in diesem Jubiläumsjahr war Karl Schmitz, bei den Jungen war es wie­derum Guido Faßbender.

In diesem Jahr marschierte das Jungsappeur­corps das erste Mal in der blauen Paradeuni­form.

Am Schützenfestdienstag trat der Jungsappeur Helmut Müller um den Jungschützenvogel von der Stange zu holen. Das Glück stand ihm jedoch nicht zur Seite.

Vier Jahre nach seinem ersten Vogelschuß holte Peter Peter zum zweiten Male den Vo­gel von der Stange und wurde 1982 Zugkö­nig des Sappeurcorps. Zugkönig der Jung­sappeure wurde ihr Hauptmann, Peter Ackers. Dies schien Peter Ackers jedoch nicht zu genügen, denn er trug sich in die Schießliste des Jungschützenkönigs ein. Doch diesen Vogel konnte Peter nicht von der Stange holen.

Kaum war das Schützenfest des Jahres 1982 vorbei, stand wieder ein Wechsel des Zug­führers an, denn Hermann Lessmann trat als Major des Sappeurcorps zurück. Neuer Ma­jor des Sappeurcorps wurde Wolfgang Damm. Martin Ackers wurde Hauptmann und Michael Koch Spieß.

Wolfgang Damm wurde nicht nur Major des Sappeurcorps, sondern schoß auch in seinem ersten Jahr als Zugführer den Vogel ab und wurde Zugkönig des Jahres 1983. Bei den Jungsappeuren war es Dieter Metzen, der mit dem entscheidenden Schuß dem Vogel den Rest gab und deren Zugkönig wurde. Wolf-gang Arheiliger und Hans van Bernum wurden Mitglieder im Corps und verstärken seither die Reihe.

Am 22. Oktober 1983 fand eine Orientie­rungsfahrt „Tour de Spur“ statt. Hierbei galt es, verschiedene Punkte im Kreis Neuss an­zufahren und die unmöglichsten Fragen zu beantworten. Die abschließende Siegereh­rung endete mit Fleisch und Wurst vom Grill und einem geselligen Abend in der Sappeur­familie.

Zwischenzeitlich war es im Sappeurcorps zur Gründung einer eigenen Wandergruppe gekommen, deren Hauptziel es war, einen Internationalen Volkswandertag in Büttgen nach den Richtlinien des Internationalen Verbandes für das Volkswandern (I.V.V.)

durchzuführen. Es bedurfte vieler tausend Kilometer Fahrstrecke zu den Wandertagen benachbarter Vereine um den Ablauf einer so großen Veranstaltung kennenzulernen.

1984 war Heinrich Pusch beim Schießen in Driesch der strahlende Zugkönig. Die Jung­sappeure schossen in diesem Jahr keinen Zugkönig aus, denn durch das bevorstehende Abitur und anderweitige Interessen einzelner löste sich das Jungsappeurcorps 1984 auf.

Am Pfingstsonntag 1984 bei strahlendem Frühlingswetter war es dann so weit, daß das Sappeurcorps über 1500 Wanderer aus nah und fern in Büttgen begrüßen konnte. Nach dem erfolgreichen 1. Wandertag ebbte der Wanderbazillus bei einigen Sappeuren nicht mehr ab. Es folgten Teilnahmen an Wander-tagen bis tief ins Sauerland, nach Holland und nach Belgien hinein.

Während des Feldgottesdienstes vor dem Kriegerehrenmal auf dem Luisenplatz wurde 1984 vom Präses der Bruderschaft die neue Standarte des Sappeurcorps geweiht. Die Fahnenkompanie des Sappeurcorps bestand aus Fahnenjunker H. Gerstmann; ihm zur Seite gingen als Fahnenadjutanten Holger Heurs und Dieter Sobottke.

Die Standarte zeigt auf der Vorderseite auf blau-weißem Grund das Büttger Wappen, umrahmt von Sappeur- und Bruderschafts­motiven. Die Rückseite zeigt den Gardesap­peur von 1815. Zum Gedenken an die ehe­maligen Zugführer des Sappeurcorps sind an den Enden der Querstange längliche Wimpel mit deren Namen angebracht.

Anfang 1985 wurden aus dem ehemaligen Jungsappeurcorps Peter Ackers, Guido Faß­bender, Holger Heurs, Dieter Metzen und Helmut Müller als Unterfeldwebel in das Sappeurcorps eingegliedert. Durch die Auf-nahme ins Sappeurcorps mußten für die fünf neue Uniformen bestellt und angepaßt werden. Besonders für die weißen Uni-formen bestand großer Handlungsbedarf, mußten sie doch am 30. März 1985 zu Verfügung stehen, denn an diesem Tage heiratete Thomas Willems seine Doris.

Zugkönig in diesem Jahr wurde der ehema­lige Jungsappeur Peter Ackers. Dieses Schie­ßen selbst fand beim Hauptfeldwebel und Spieß Michael Koch statt. Bis Heute findet das Schießen um die Würde des Zugkönigs in dem „Sappeurheim“ bei Gretchen und Michael Koch in der Gartenstraße statt.

Auch der 2. Internationale Wandertag war ein „Bombenerfolg“, denn die Teilnehmer­zahlen des 1. Wandertages wurden deutlich überboten.

Beim Königs- und Oberstehrenabend am 15. Juni 1985 ging das gesamte Regiment andere Wege, denn zum ersten Mal wurde die Pa-rade vor dem neuen Oberst Hubert Dickers auf der Jan-van-Werth-Straße abgehalten. Auch wurden auch zum ersten Mal die Maien beim Oberst durch das Sappeurcorps aufgestellt.

In diesem Jahr marschierte mit 18 Aktiven beim Schützenfest in Büttgen das bisher größte Sappeurcorps auf.

Mit Kind und Kegel fuhr das gesamte Corps zu einem Tagesausflug an den Biggesee, wo das gesamte Sappeurcorps einen herrlichen Tag verbrachte. Beim Kegelturnier Ende September wurde ein starker 2. Platz er­reicht.

1986

Nach längerer Abwesenheit beteiligte sich das Sappeurcorps wieder am Fußballturnier der Bruderschaft. Mit einer Mannschaft aus alten und jungen Spielern bestehend konnte ein ehrenvoller 7. Platz erzielt werden.

Am 12.4.1986 fand das von Oberst Hubert Dickers erneut ins Leben gerufene Regi­mentsschießen statt, an dem das Sappeur­corps sich mit allen Aktiven beteiligte. Die­ter Metzen konnte in der Einzelwertung den 3. Platz belegen. Die Mannschaft der Sap­peure konnte ebenfalls mit guten Leistungen einen 3. Platz für sich verbuchen.

Beim Schießen um die Königswürde zeigte es sich, das einige ernsthafte Bewerber an der Stange standen. Mit ungläubigem Erstau-nen über soviel Glück sah Hans van Bernum den Rumpf des Vogels von der Stange fliegen. Mit Bedauern, daß sein Königsjahr zu Ende war, mußte Peter Ackers sich von der Königskette trennen, die Hans unter lautem Beifall umgehängt wurde.

Das seit 1922 Wach- und Vereinslokal der Sappeure in der Bahnhofsgaststätte wurde im Zuge des S-Bahnbaues geschlossen. Neues Vereinslokal wurde die Gaststätte Dorf­schänke ( „Wirkus“ )auf der Holzbüttger Straße.

Der Mai 1986 wird allen Corpsmitgliedern noch lange in Erinnerung bleiben, bescherte doch dieser Monat eine Fülle von Aktivitäten und einen damit verstärkten hohen Arbeits-anfall.

Bei sehr gutem Wanderwetter fand der 3. Internationale Wandertag in Büttgen statt. Mit 2.800 Wanderern war dies eine Rekord­beteiligung und unter dem Einsatz aller, auch unserer Frauen und einiger Freunde, ein voller Erfolg. Die Wanderstrecke wurde ge­genüber den Vorjahren abgeändert und kam bei den Wanderern prima an. Die gesamte Veranstaltung und deren gute Organisation wurden von allen Besuchern und der örtl-ichen Presse lobend hervorgehoben.

Am 31.5.1986 fand im katholischem Pfarr­zentrum die Feier zum 80-jährigen Corps-jubiläum statt, die einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte darstellte.

Am Morgen des 31. Mai wurde für die Le­benden und Verstorbenen des Sappeurcorps unter Teilnahme aller, auch des Schützen­königs Edmund Eicker, vom Präses der Bru­derschaft, Pastor Heinz Hintzen, eine Messe gelesen. Im Anschluß daran legten wir auf den Gräbern all derer, die einmal zu uns ge­hörten, Blumen nieder. Ein Frühschoppen beendete den Morgen.

Am Abend ging es dann richtig los. Nach der Begrüßung der Gäste und der Laudatio durch Martin Ackers überreichte Wolfgang Damm einen Scheck für zwei Hütten in "Crusero de Sol" an den Präses, Herrn Pastor Hintzen.

Das Sappeurcorps hat sich aus Anlaß seines 80-jährigen noch etwas ganz besonderes ein­fallen lassen: die Renovierung der Michaels­kapelle. Dieses Vorhaben wurde von geladenen Gästen mit besonderer Anerkennung be­grüßt.

Zu unserer Freude machten uns Edmund I und seine Minister klar, das selbst der Kaiser von der Gründung des Sappeurcorps Büttgen Notiz genommen hatte und sie überreichten uns hierzu ein entsprechendes Zeitungs-exemplar. Die Verlosung, die das Programm abrundete, sah Edmund Eicker als Gewinner des 1. Preises, eines Heimcomputers, den er in großzügiger Weise der Bruderschaft stiftete. Dankbar wurde dieses noble Ge-schenk angenommen. Eine ausgezeichnete Kapelle spielte zum Fest auf, einem Fest, welches dem Sappeurcorps wohl noch lange in Erinnerung sein wird.

Am frühen Morgen des Schützenfest-sonntags hatte Thomas Willems das Corps zu sich nach Hause eingeladen. Doris und ihre Freunde hatten die Bewirtung über-nommen. Nach der Auszeichnung einiger Sappeure wurde es Zeit, um bei S.M. Ed-mund Eicker aufzumarschieren. Eine Kamin-platte mit dem Wappen der Habsburger wurde seiner Majestät überreicht.

Bei der Ordensverleihung im Festzelt erhielt unser Major das St. Sebastianus-Ehrenkreuz, unserem Spieß, Michael Koch, wurde der silberne Verdienstorden verliehen.

Ehrenmajor Heinz Kamps zog am Schützen­festsonntag noch einmal seine Uniform an und führte das Corps bei den Umzügen und Paraden am Sonntag in seiner gewohnt sou­veränen Art. Unser amtierender Major nahm die Parade mit König und Gefolge ab.

Am Dienstagmorgen hatten Wolfgang und Christel zum gemütlichen Beisammensein im Hause Sandkaulen eingeladen.

Das neue Vereinslokal "Dorfschänke Wir­kus" hatte uns eine Wandfläche zur Unter-bringung verschiedener Dinge, wie Pokale Wimpel etc. überlassen.

Am 11. Oktober 1986 beim Skatturnier des Grenadierzuges Rheintreue waren die Sap-peure als stärkste Gruppe vertreten. Beim Kegelturnier wurde das Sappeurcorps fünf-ter. Je ein Fäßchen Bier war Lohn für die Mühe. Josef Kemmerling erhielt für seine 25jährige Mitgliedschaft als Aktiver den Ehrenteller des Sappeurcorps.

Unter Führung des Majors Wolfgang Damm nahm das Corps am Bundesschützenfest in Mönchenladbach-Rheydt teil.

1987

Beim Vogelschießen des Jahres 1987 trat endlich das ein, worauf ein Sappeur namens Martin Ackers sehr lange gewartet hatte, denn nach genau 27 Jahren Mitgliedschaft hatte es Martin geschafft, aus eigener Kraft Zug-könig zu werden. Überglücklich ließ er sich von Major Wolfgang Damm das Königssilber zum ersten Mal anlegen. Aus diesem erfreulichen Anlaß heraus stifteten Martin und Anneliese Ackers eine Silberplatte und verschönerten damit das Königssilber.

Der 4. Wandertag, der wie gewohnt am Pfingstsonntag stattfand, lief dank der Mit­hilfe der Angehörigen des Sappeurcorps und einer Reihe von Helfern mit großem Erfolg routinemäßig ab. Zu den Wanderern, die schon mehrfach an den vorherigen Wander­tagen teilgenommen hatten, gesellten sich auch eine Reihe Neuer, darunter auch viele Teilnehmer aus den Büttger Schützenzügen.

Auch in diesem Jahr führte Hauptmann Martin Ackers, bedingt durch die Krankheit von Major Wolfgang Damm das Sappeur­corps während der Umzüge und Paraden durch die Schützenfesttage.

Martin Ackers wurde beim Frühschoppen am Sonntagmor­gen im Festzelt der „Hohe Bruderschaftsor­den“ verliehen.

Am Schützenfestdienstag kam im Sappeur­corps und im Hause Ackers riesige Freude auf, denn Peter Ackers hatte im dritten An­lauf den Vogel von der Stange geholt und wurde Jungschützenkönig des Schützenjah­res 1987/1988. Als Minister standen Ihm seine Zugkameraden Holger Heurs und Dieter Metzen zur Seite. Damit war Peter Ackers der erste Jungschützenkönig des Sappeurcorps.

Am 21. November lösten die Sappeure das Versprechen von ihrem 80-jährigen Jubiläum ein und begannen mit den ersten Bauarbeiten in der Michaelskapelle. Die Kapelle wurde entrümpelt und der Bauschutt beseitigt. An den nachfolgenden Wochenenden und an den Wochentagen nach Feierabend wurde diese „Entrümpelungsaktion“ durchgeführt.

Bereits im Frühjahr 1986 trafen sich ver­schiedene Fachleute, wie Architekten, Denkmalschützer und Vertreter der ver­schiedenen Behörden, darunter Martin Ackers als Baufachmann, um die Renovie­rung der Michaelskapelle in die Wege zu lei­ten. Ein umfangreicher Schriftverkehr zwi­schen den Beteiligten über Art und Umfang der Restaurierung und über die Gewährung von Zuschußmitteln folgte in den folgenden Monaten. Die Restaurierung der Michaels­kapelle stand bevor.

1988

Durch den Tod von Wolfgang Damm, der im Dezember 87 von uns gegangen war, bestand nun für das Sappeurcorps die Notwendigkeit, einen neuen Zugführer zu wählen. Hierzu wurde bei der Jahreshauptversammlung Martin Ackers vom gesamten Corps in die Pflicht genommen und einstimmig zum neuen Zugführer des Sappeurcorps gewählt.

Beim Patronatsfest der der Bruderschaft am 23. Januar 1988 überreichte der Jungschützenkönig

Peter Ackers mit seinen beiden Ministern Holger Heurs und Dieter Metzen der Bruderschaft ein Königssilber für den Jungkönig, denn dieser trug bisher eine Kö­nigsplakette aus dem Jahre 1898. Das neue Siber wurde zuvor in der Schützenmesse ge­weiht. Diese Geschenk vervollstänigte den Silberschatz der Bruderschaft um ein weite­res Exemplar.

Eine Woche später erläuterte Martin Ackers den Anwesenden Gemeindemitgliedern beim Neujahrsempfang der St. Aldegundis Pfarr­gemeinde die Tätigkeiten des Sappeurcorps und der Bruderschaft in den vergangenen zwei Jahren, die im Zuge der Restaurierung der Turmkapelle geleistet wurden.Für die Durchführung der Restaurierung wurde im April ein rechtlich selbständiger Förderver­ein gegündet. Sein Name:

„Verein zur Wiederherstellung der
St. Michael-Kapelle Büttgen“

Bei dieser Gründungsversammlung wurden Martin Ackers zum stellvertretenden Vorsit­zenden und Hans van Bernum sowie Hans-Helmut Gerstmann zu Beisitzern gewählt. Bei den insgesamt 37 Gründungsmitglieder war auch das halbe Sappeurcorps zu finden.

Beim Vogelschießen des Jahres 88 trat auch Norbert Ackers mit an. Er wollte, im Jung­schützenjahr seines Bruders, als Aushilfs­marschierer die Reihen der Sappeure ver­vollständigen. Wie groß war unser aller Überraschung, als er den Vogel von der Stange holte und somit Nachfolger seines Vaters wurde. Seitdem war die Familie Ackers mit drei aktiven Mitgliedern in unse­rem Schützenzug vertreten, denn überzeu­gender hatte noch niemand einen Aufnahme­antrag gestellt.

Als am Pfingstsonntag um 6.15 Uhr beim 5. Internationalen Wandertag die ersten Wanderer das kath. Pfarrzentrum betraten, lag für die Frauen und Männer des Sappeur-corps die meiste Arbeit bereits hinter ihnen. Die gute Organisation und die Betreuung für das leibliche Wohl hatten den

Wandertag in Büttgen immer beliebter gemacht. So kamen mehr als 2.500 Wanderer von nah und fern, um den Vorster Wald und die Wege rund um den Kaarster See zu erwandern. In diesem Jahr wurde für die Büttger Schützenzüge eine Neuerung eingeführt, denn die Züge mit den höchsten Teilnehmerzahlen erhielten Pokale und Sachpreise.

Auf der Generalversammlung am Königs- und Oberstehrenabend beförderte Oberst Hubert Dickers Martin Ackers zum Major des Sappeurcorps und überreichte ihm die Majorsschnur.

In der Planungs- und Vorbereitungphase für das Schützenfest hatten sich Wolfgang Ar­heiliger, Hans van Bernum und Michael Koch darum bemüht, die drei Residenzen herzurichten. Die Woche vor dem Schützen­fest galt dann ganz dem Schmücken dieser Residenzen, der Straßen und weiteren Vor­bereitungen. Auch wurden in dieser ganzen Vorbereitungsphase intensive und freundli­che Kontakte zu S.M. Klaus Prüfer mit Kö­nigin Astrid und den beiden Ministerpaaren geknüpft.

Das Feiern des Schützenfestes war natürlich in diesem Jahr etwas Besonderes. Nach all der anstrengenden Arbeit freuten sich alle auf schöne Festtage.

Besonders hervorzuheben ist hier der Sonn­tagmorgen, der damit begann, daß Thomas Willems, Holger Heurs und Dieter Metzen mit den ehemaligen Jungsappeuren Joachim Reinemann, Ralf Küsters und Helmut Müller an der Jungkönigsresidenz aufmarschierten. Peter, Holger und Dieter verteilten den Kö­nigsorden des Jungkönigs an alle Sappeure bevor es, gestärkt mit einem guten Frühstück von Königsmutter Anneliese Ackers, zu­sammen mit dem Tambourkops „Frei Weg“ Grimmlinghausen zur Aufstellung auf die Bahnstraße ging.

Im Festzelt bei der Ordensverleihung wurde der Jungkönigsorden u.a. dem jüngsten

Schützen im Regiment, Richard Heintz, sehr zur Freude aller Schützen und der Eltern, überreicht.

Bei herrlichem Wetter während der ganzen Schützenfesttage stand dem Jungkönig Peter Ackers seine Jungkönigin Iris Nowak zur Seite. Als Ministerpaare begleiteteten Holger Heurs zusammen mit Christine Steffler und Dieter Metzen mit Nicole Kaumanns das Jungkönigspaar durch die Festtage.

Kurz nach Schützenfest stellten sich mehrere Edelknaben bei Martin Ackers und Hermann Lessmann vor, die darum baten, im nächsten Jahr als Jungsappeure marschieren zu dür­fen. Das Corps stimmte diesem Antrag der Jungen zu. Damit waren die Weichen für ein zweites Jungsappeurcorps gestellt.

Dieses Jungcorps bestand aus acht Jugendli­chen im Alter von 13 bis 15 Jahren. Zugfüh­rer war Daniel Viehoever. Vervollständigt wurde die junge Corpsführung mit Frank Es­ser als Flügelleutnant und Christian Benien als Spieß. In den ersten Jahren der Wachs­tumsphase trugen die Jungsappeure wie ihre ehemaligen Vorgänger weiße Hosen mit hellblauen Hemden und eine blaue Kappe. Die Beile waren aus Holz. Unser Oberst Hu­bert Dickers hatte diese Holzbeile angefertigt und dem Jungcorps übergeben. Die Jungsap­peure nahmen von nun an auch am Zugkö­nigsschießen teil und stellten einen eigenen Zugkönig.

Im Herbst des Jahres 1988 verließen mit Helmut Gerstmann, Hans-Peter Kaumanns und Peter Peter drei gestandene Sappeure das Corps, um an den Schützenfesttagen an vorderster Stelle bei den Umzügen und Para­den mitzumachen, denn die drei bildeten den Vorreiterzug „Jan-van Werth“.

Der Jahresabschluß 1988 bildete die Niko­lausfeier, die zum ersten Mal in der Alten­stube des Pfarrzentrums stattfand. Hierbei wurden den Angehörigen und Freunden des Sappeurcorps die neuen Mitglieder Wolf­gang und Peter und ihre „besseren Hälften“

Brigitte und Christa vorgestellt. Anschlie­ßend kam nach dem himmlischen Plan auch der Nikolaus und bescherte vor allem unsere Kleinen.

1989

In der Generalversammlung der St. Sebastia­nus-Schützenbruderschaft wurde Peter Ackers einstimmig zum Schriftführer des Festausschußes gewählt. Zuvor war er bereits Beisitzer im Festausschuß.

Bei der Jahreshauptversammlung des Sap­peurcorps im Januar 1989, bei dem der amtierende Schützenkönig Franz Weiers mit seinen Ministern Herbert Hargarten und Pe­ter Bierwith als Gäste begrüßt wurden, wur­den Sparkassendirektor Peter Kirchhartz und der 1. Brudermeister Helmut Haas zu Eh­renmitglieder des Sappeurcorps ernannt. Den neuen Mitgliedern Norbert Ackers, Wolfgang Benien und Peter Viehoever wurde die Anstecknadel des Sappeurcorps überreicht.

In der Monatsversammlung im Februar wuchs das Sappeurcorps um weitere drei Sappeure, denn Dirk Schreinermacher, Mar­kus Kaules und Dirk Löcher wurden ein­stimmig in das Corps aufgenommen.

Beim Regimentsschießen am 25.2.1989 be­legte das Sappeurcorps den 3. Platz in der Mannschaftswertung. Diese gute Plazierung ist vermutlich darin begründet, daß alle Sap­peure eine Woche zuvor ins Trainingslager gegangen sind und sich so auf das Regi­mentsschießen vorbereitet hatten.

Das Fußballturnier aller Jungschützen der Stadt Kaarst am 31. März konnten wir, dank unserer starken Jugendriege für uns ent­scheiden. Damit gewann das Sappeurcorps erstmalig ein Stadtturnier.

Nach 11 Jahren Zugzugehörigkeit ein­schließlich seiner Jungsappeurzeit hatte es Holger Heurs endlich geschafft und beim Vogelschießen am Himmelfahrtstag im

„Sappeurheim“ bei Gretchen und Michael Koch den hölzernen Vogel von der Stange geholt. Auch die neuen Jungsappeure nah­men am Schießen teil und schossen mit Frank Esser ihren ersten neuen Jungkönig aus.

Wie schon mittlerweile Tradition, wurde beim Oberst der „stählerne Mai“ aufgestellt.

Zum Beginn des Schützenfestes stiftete das Sappeurcorps ein neues Zepter für den Edel­knabenkönig. Ergänzt wird dieses Geschenk mit einem Gutschein für eine neue Edelkna­benuniform.

Beim Schützenfest trat das Sappeurcops in einer neuen Formation an. Nach Major Mar­tin Ackers folgte die neue Fahnengruppe mit Dirk Schreinermacher, Markus Kaules und Dirk Löcher und einem neuen Standartenhal­ter. Der Fahnengruppe folgten in gewohnter Weise die „normalen Sappeure“ mit einer starken Reihe vor allem bei den Paraden.

Hans-Jürgen Even vom Jungsappeurcorps wurde am Schützenfestdienstag Schüler­prinz.

Bei dem Skatturnier, daß Ende September stattfand, belegten die Sappeure einen guten Platz in der Mannschaftswertung und konnten einen Biergutschein für sich verbuchen.

Mit großer Enttäuschung gab der Vorsit­zende des Fördervereins zur Wiederherstel­lung der Büttgener St. Michael-Kapelle, He­ribert Küsters in einer Mitgliederversamm­lung im Oktober 1989 das Scheitern der an-gestrebten Renovierung der vor rund 400 Jahren zerstörten Turmkapelle bekannt und empfahl der Versammlung, den Förderverein aufzuheben.

Neben den Mitgliedern des aufgelösten Vereins wurde in besonderer Weise den Mitgliedern des Sappeurcorps Dank dafür ausgesprochen, daß sie in den letzten drei Jahren zahlreiche Arbeitsstunden in und für die Turmkapelle aufgewandt hatten. Trotz ihrer Enttäuschung standen die

Sappeure der Pfarrgemeinde bei und führten die verblei­benden Notarbeiten zur Bestandswahrung in der Turmkapelle durch.

Diese Sache ist nicht an der Bruderschaft gescheitert, sondern an verschiedenen „Fachleuten“ in den zuständigen überört-lichen Behörden.

Da die Sappeurfamilie immer größer wurde, kam der Nikolaus diesmal ins Pfarrzentrum, wo vor allem die Kinder erwartungsvoll auf den Heiligen Mann warteten.

1990

Das Schützenjahr 1990 begann für das Sap­peurcorps mit dem Regiments­schießen am 27. Januar, bei dem wir den 1. Platz mit 261 Ringen belegten. Neuer Träger unserer zug-internen Schießschnur wurde Dirk Löcher.

Bei der Jahreshauptversammlung mit gela­denen Gästen in unserer Stammkneipe wur­den Markus Kaules, Dirk Löcher und Dirk Schreinermacher endgültig in das Sappeur­corps aufgenommen. Als Dankeschön erhielt das Corps einen Degen für den 2. Fahnen­junker von den drei Neuen.

Unter den Gästen war auch der Schützenkö­nig des Vorjahres, Franz Weiers mit seinen Ministern Peter Bierwirth und Herbert Hargarten. Franz Weiers hatte eine „bärenstarke“ Überraschung mitgebracht. Der Vorjahreskönig überreichte dem Sap­peurcorps als kleines Dankeschön ebenfalls einen Degen. Mit diesen beiden Degen ist nun auch die Fahnengruppe komplett mit Degen bestückt.

Bereits seit Anfang Januar wurde geübt: ei­nige Herren des Sappeurcorps probten für die Karnevalsveranstaltung der Bruderschaft ein Ballett ein. Leider war es Thomas bei der Premiere am 25. Februar nicht gegönnt, teil­zunehmen. Er hatte sich bei den Proben ei­nen Bänderriß am Sprunggelenk zugezogen. Unser Ballett war die Attraktion des Abends

es stellte, wen sollte es wundern, das Prin­zenpaar der Stadt Kaarst in den Schatten.

Die Fußballfans kamen beim Besuch des Fußballspieles Borussia Mönchengladbach gegen Fortuna Düsseldorf am 17. März im Rheinstadion voll auf ihre Kosten, denn Wolfgang hatte für das Corps ausreichend Sitzplätze reservieren können.

Beim 15. Fußballturnier des Jägerzuges "Heideröschen" belegte das Sappeurcorps den 4. Platz. Das Fußballturnier aller Jung­schützen der Stadt Kaarst am 31. März konn­ten wir, wie im Vorjahr, für uns entscheiden.

Beim Maibaumsetzen vor der Stadtsparkasse am 29. April war erstmals der Gardesappeur mit einem Schützengildeschild am Baum zu bewundern.

Erster Höhepunkt im gemeinsamen Schüt­zenjahr war das Zugvogelschießen am 24. Mai beim Michael. Nach hartem Kampf um die Königswürde blieb unser erfolgreich. Bei den Jungsappeuren holte Hans-Jürgen Even den Vogel von der Stange.

Am Pfingstsonntag, dem 3. Juni fand zum 7. und letzten Mal unser internationaler Wandertag statt. 1.600 Teilnehmer fanden den Weg nach Büttgen, um bei strahlendem Wetter auf die Strecke zu gehen. Das Sap-peurcorps war sich nach Ablauf der Ver-anstaltung einig, einen weiteren Wandertag, der immerhin die zweitgrößte Veranstaltung der Stadt Kaarst war, nicht mehr durch-zuführen.

Mehrere Sappeure waren schon seit Monaten in verschiedenen Arbeitskreisen tätig, um das Jubiläum-Schützenfest

575 Jahre St. Sebastianus-
Bruderschaft Büttgen

vorzubereiten.

Aufgrund des 575-jährigen Bestehens unse­rer Bruderschaft begann unser Schützenfest bereits am Freitag. Doch, bevor das Schüt­zenfest begann, wurde beim Oberst der „große“ Mai an der Jan-van-Werth-Str. gesetzt. Doch dies war noch nicht alles in der Vorbereitungsphase, denn Hans van Bernum, unser großer Maler, hatte eine wunderschöne Scheibe mit dem St.Sebastianus-Ehrenkreuz für den 1. Brudermeister Helmut Haas ge­malt. Diese Scheibe galt es, an einer geeig­neten Stelle am Hause Haas aufzuhängen. Diese Stelle wurde dann auch rechtzeitig ge­funden und die damit verbundene Arbeit mit Bravour vom Corps erledigt.

Der Freitag begann mit dem Festkommers im Rathaus Büttgen. Das Sappeurcorps hatte die Aufgabe, die Ehrengäste vom Rathaus zum Festzelt zu begleiten, wo dann an-schließend ein festlicher Abend begangen wurde.

Sonntags morgens trafen wir uns mit dem Tambourcorps aus Grimmlinghausen bei Wolfgang Benien zum Frühstück und mar­schierten rechtzeitig zum Aufstellen an der Bahnstraße auf. Da das Jubiläumsschützen-fest auch noch mit dem Bezirksschützenfest verbunden war und dadurch eine große Anzahl von Gastzügen Sonntagsnachmittags an der Parade und Umzug teinahmen, brachte dies für einige im Zug zusätzliche Arbeit und damit zu einem sehr ausgefüllten Sonntag.

Unser Major Martin legte die Schwimm­weste an, da er im wahrsten Sinne des Wor­tes "baden ging", denn durch einen kräftigen Gewitterregen stand sein ganzes Haus unter Wasser. Zum Ausklang des Schützenfestes gab es das Spießessen bei Michael zu Hause.

Am 8. September traf man sich bei unserer Majestät; Michael hatte zum zweiten Mal zum Reibekuchenessen eingeladen. Er hatte keine Kosten und Mühen gescheut, die Gruppe "The Real Bläck Fööss" einzuladen, die ihr Epos "Männer" zum Besten gaben. Als Zugabe sangen sie noch einmal ihren Er­folgshit von 1989 "500 Mann und der Kau­manns vöre dran".

Beim Skatturnier am 29. September belegten wir in der Mannschaftswertung den 2. Platz. Beim Kegelturnier am 17. November waren wir jedoch nicht so erfolgreich.

Abschluß unseres Schützenjahres war die Nikolausfeier am 8. Dezember. Für unseren Nachwuchs hatten wir den Nikolaus bestellt, der in seinem großen Sack schöne Ge­schenke für klein und groß mitgebracht hatte. Damit ging ein schönes Schützenjahr seinem Ende entgegen.

1991

Bei der Jahreshauptversammlung des Regi­mentes am 19. Januar 1991 wurde bei den Ergänzungswahlen zum Festausschuß Holger Heurs zum Pressewart der Bruderschaft ge­wählt.

Beim Regimentschießen am 26. Januar be­legten wir in der Mannschaftswertung den 4. Platz. Hervorzuheben ist die gute Leistung von Thomas, der in der Einzelwertung den hervorragenden 4. Platz erringen konnte. Als äußeres Zeichen der Anerkennung erhielt er bei diesem Ergebnis natürlich die zuginterne Schießschnur. Michael konnte erneut das Schießen um den Hoffnungspokal für sich entscheiden.

Auch beim Fußballturnier am 2. März waren wir erfolgreich. Nach hartem Kampf beleg­ten wir den 2. Platz.

Bei unserer eigenen Jahreshauptversamm­lung am 16. März standen Neuwahlen an, denn unser Flügelleutnant Hans van Bernum ist aus persönlichen Gründen ausgeschieden. Es war keine Frage, daß Michael unser neuer Leutnant wurde. Holger wurde ebenfalls ein­stimmig zum neuen Spieß gewählt.

Das Jahr 1991 war für das Sappeurcorps auch ein Jubiläumsjahr, denn in diesem Jahr wurde das Corps 85 Jahre. Gemäß Corpsbe­schluß wurde auf eine Feier verzichtet. Das anschließende beisammensein mit unseren Passiven und Ehrenmitgliedern verlief sehr harmonisch.

Am 17. März 1991 nahmen einige Mit-glieder des Sappeurcorps am Ausflug der Bruderschaft nach "Strambroy" (Belgien) teil. Ein Besuch des Schützenmuseums und ein Altstadtbummel standen auf dem Pro-gramm.

Erster Höhepunkt im gemeinsamen Schüt­zenjahr war das Zugvogelschießen am 9. Mai. Nach hartem Kampf um die Königs­würde blieb Peter Viehoever erfolgreich. Bei den Jungen war es Alexander Hausmann, der den Vogel von der Stange holte.

Neben dem Aufstellen des Maien beim Oberst wurde wie auch im Vorjahr die St. Sebastianuskreuz - Scheibe beim 1. Bruder-meister an die rechte Stelle angebracht.

Für sein erstes Spießjahr wurde Holger rechtzeitig vor Beginn des Schützenfestes mit einem überdimensionalen Spießbuch ausgestattet, damit er die Strafgelder auch sorgfältig eintragen konnte.

Am Samstag wurde der Mai bei unserer Majestät Peter IV. aufgestellt. Verbunden war dies mit einer Stärkung, damit wir nachmittags das erste Mal aufmarschierten konnten.

Zusammen mit dem Tambourcorps aus Grimmlinghausen trafen wir uns bei unserem neuen Leutnant Michael Koch am Sonntag­morgen zum Fruhstück. Beim Uniformappell gab es eine Neuerung, denn unser Spieß Holger inspizierte die Truppe in "schwarz", da er bei der anschließenden Abnahme der Parade als Vorstandsmitglied die Front ab­schritt. Die Schützenfesttage liefen für das Corps in gewohnter Routine, verbunden mit viel Freude, ab.

Am Dienstag hatte unser Major Martin zum traditionellen „Majorsfrühstück“ geladen. Das Schützenfest klang Mittwochabend mit einem deftigen Spießessen, zu dem Holger alle Aktiven und Freunde des Sappeurcorps eingeladen hatte, aus.

stellt wurden. Auf der einen Seite wird Jan-van-Werth und auf der anderen Seite der Sappeurtschako mit Pützer dargestellt.

Das Schützenfest begann, wie schon in den Vorjahren, mit gastfreundlichen Terminen im Hause Dickers und im Hause Haas. Hier­bei mußten wir zuvor die jeweiligen Insi­gnien an den rechten Orten plazieren.

Nachdem wir uns am frühen Samstagmorgen bei der Familie Schreinermacher gestärkt hatten, mußte der Altar auf dem Luisenplatz aufgestellt werden. Das Altarzelt stand aber noch von der Fronleichnahmprozession am Altenheim. Als der Oberst Hubert Dickers zusammen mit den Sappeuren das Zelt anhe­ben wollten, ergoß sich ein Schwall Wasser, der sich auf dem Altarzelt angesammelt hatte, mit voller Wucht über unseren Oberst, der damit eine unfreiwillige Dusche nahm.

Nach dieser erfrischenden Arbeit setzten wir beim Zugkönig Barthel den blauweißen Mai und freuten uns über Köstlichkeiten des Hauses. Der Höhepunkt seines Königsfestes war musikalischer Art, denn Barthel hatte die Musikkapelle Kleinenbroich eingeladen, die uns mit bekannten Melodien auf das Schützenfest einstimmte.

Sonntagsmorgens sollten wir uns alle bei Schreinermachers zum Frühstück treffen, denn Dirk und seine Eltern hatten das Corps eingeladen. Doch es fand sich nur unser Major dort ein. Alle anderen trafen sich zu­sammen mit dem Tambourcorps Grimm­linghausen an der Vom-Stein-Str. Von hier aus marschierten das Corps in der Paradeuni­form allerdings mit „weißen Leggings“ zum Luisenplatz, wo auf uns ein erstaunter Major wartete. Nach dem Frühstück wurde die Uni­form wieder in ihren Urzustand versetzt und Martin Ackers zu seinem 30-jährigen Zug-jubiläum die Sappeurnadel mit Diamanten überreicht.

Das Schützenfest nahm dann seinen norma­len Verlauf bis zum Majorsfrühschoppen bei Martin Ackers am Postweg im

„Sappeurfestzelt“. Einige Sappeure hatten sich noch etwas zum 30-jährigen einfallen lassen. Sie hatten einen langersehnten Wunsch von Martin erfüllt und ein Pferd be­sorgt. Nach anfänglichem Zögern bestieg Martin das Pferd und drehte einige Runden vor dem Festzelt. Das Schützenfest klang mit dem Spießessen bei unserem neuen Spieß aus, denn Christa und Peter Viehoever hatten uns hierzu eingeladen.

Im September hatten Gretchen und Michel Koch zum traditionellen Reibekuchenessen geladen, wo die ganze Sappeurfamilie gerne zusammenkam. Bei den Schützenturnieren im Skat und im Kegeln belegten wir nur mäßige Plätze.

Die Nikolausfeier am 5.12.1992 bildete den Abschluß eines sehr sehr schönen Schützen­jahres.

1993

Bei der Jahreshauptversammlung des Regi­mentes am 23. Januar 1993 wurde Wolfgang Benien bei den Ergänzungswahlen als Bei­sitzer in den Vorstand der Bruderschaft ge­wählt. Beim Regimentsschießen im Januar 1993 belegten wir in der Mannschaftwertung nur einen guten mittleren Platz, obwohl wir zuvor auf dem Schießstand bei Marianne in Driesch waren, um uns für das Regiments­schießen fit zu machen.

In unserer Februarversammlung konnten wir ein neues Mitglied auf Probe begrüßen, denn Birger Krause hatte beim Sappeurcorps an­geklopft und wird von nun an allen Dingen unseres Corps teilnehmen. Die Jahreshaupt-versammlung am 6. März verlief ruhig und harmonisch und ohne besondere erwähnens-werte Punkte.

Beim Schießen um den Zugkönig mußte Barthel sich von dem Königssilber trennen. Dafür war die Freude bei Markus Kaules umso größer, als ihm dieses Silber als äuße­res Zeichen der Königswürde vom Major Martin Ackers umgelegt wurde.

Bei dem Bundesköniginnentag am 23. Mai in Xanten nahm eine große Abordnung des Sappeurcorps teil. Nach der hl. Messe im Amphitheater des Archäologischen Parks ging es zum festlichen Umzug durch Xanten. Das Sappeurcorps mit Zugkönig Markus Kaules wurde wegen seiner schmucken Uni­formen von den Zuschauern mit viel Beifall bedacht und gehörte wohl zu den meistfoto­grafierten Gruppen des ganzen Festzuges.

Nachdem der Festzug beendet war, eilten alle Büttger Teilnehmer zu den Bussen, denn es stand noch ein weiterer Termin an diesem Tage an: das Schützenfest in Driesch.

Nachdem wir uns im Driescher Festzelt ge­stärkt hatten, war es auch schon Zeit, sich zur Königsparade mit anschließendem Um­zug aufzustellen. Die Driescher staunten nicht schlecht, daß plötzlich zwei Sappeur­corps zur Aufstellung erschienen waren, denn standardmäßig marschierte nur das Pio­niercorps von Holzbüttgen seit über 20 Jah­ren bei den Driescher Umzügen mit.

Nachdem wir den Mai beim Oberst aufge­stellt hatten, ging es wie auch in den Vor­jahren zum 1.Brudermeister Helmut Haas um die St. Sebastianuskreuz-Scheibe an die rechte Stelle zu platzieren.

Nachdem wir alle Termine am Samstag­vormittag erledigt hatten, fanden wir uns alle zu einem schmackhaften Mittagessen bei unserer Majestät Markus I.und seinen Eltern ein, bevor wir nachmittags das erste Mal aufmarschierten.

Zusammen mit dem Tambourcorps aus Grimmlinghausen trafen wir uns bei Dirk Löcher im Hause seiner Eltern am Sonntag­morgen zum Frühstück. Für das Sappeur­corps war das Jahr 1993 ein normales Schüt­zenfest ohne besondere Vorkommnisse und es verlief im Kreise der Sappeurfamilie har­monisch.

Am Dienstag hatte unser Major Martin zum traditionellen „Majorsfrühstück“ geladen. Das Schützenfest klang Mittwochabend mit einem deftigen Spießessen, zu dem Peter und Christa alle Aktiven und Freunde des Sap­peurcorps eingeladen hatte, aus.

Im September fanden für die Sappeure noch einige Termine statt. Als erstes das große Reibekuchenessen, zu dem Michel und Gretchen eingeladen hatten. Danach, wie je­des Jahr, fand das Skatturnier statt, bei dem das Corps einen guten Platz erreichen konnte, doch bester Skatspieler in der Ein­zelwertung wurde unser Major Martin Ackers. Als letzter Termin in diesem Monat stand die Teilnahme beim Schützenfest in Allrath an, zu dem uns der Oberst aus All­rath, Heinz Mostert, eingeladen hatte.

Abschluß unseres Schützenjahres war die Nikolaussfeier am 4. Dezember. Bevor unser Nachwuchs vom Nikolaus beschenkt wurde, sangen alle unter der Begleitung von Chri­stian bekannte Weihnachtslieder zum Wohl­gefallen des heiligen Mannes. Anschließend hatte Martin eine Sappeurnadel an das neue Ehrenmitglied Norbert Fahnenbruch zu übergeben. Norbert Fahnenbruch nahm diese Ehrenmitgliedschaft gerne an. Diese Feier war ein schöner Abschluß des Schützenjah­res 1993 im Rahmen der gesamten Sappeur­familie und deren Freunde.

Bild einen schlichten, unauffälligen Schrank an, damit dieses Bild für die näch­sten Jahre geschützt war.

Der Einladung waren neben verschiedener Herren des Vorstandes auch Schützenkönig Ralf I. mit seinen Ministern gefolgt. Auch die örtliche Presse war zu diesem Termin anwesend.

Bei der Jahreshauptversammlung 1994 war die Stimmung hervorragend und wir alle wa­ren bester Laune bis wir zum Punkt Ver­schiedenes kamen. An dieser Stelle bat unser Major Martin Ackers um das Wort. Er er­klärte uns in kurzen Sätzen, daß er nach dem Schützenfest 1994 den Majorsrock an den Nagel hängen wolle. Die Betroffenheit bei allen Sappeuren war so groß, daß selbst nach einigen Stunden noch eine gedrückte Stim­mung im Saal zu spüren war.

Beim Hallenfußballturnier konnten wir erst im Finale von Heimattreue gestoppt werden, und wieder einmal mußten wir uns mit dem 2. Platz zufrieden geben. Beim Dickbauch-turnier am Tage zuvor erreichten wir einen hervorragenden 4. Platz, womit vorher wirklich keiner gerechnet hatte.

Bei der Chargiertenversammlung konnte Martin erstmals den Pokal für den 1. Platz beim Regimentsschießen entgegennehmen. Außerdem wurden Peter Ackers als bester und Dirk Schreinermacher als drittbester Schütze bei den Grenadieren geehrt. Damit erhielt Peter die zuginterne Schießschnur. Einige Wochen später wurde unter den be­sten Schützen der Grenadiere und Jäger noch um die Josef-Toeller-Gedächtnisscheibe ge­schossen. In Abwesenheit unseres Leutnants, setzte sich Dirk Schreinermacher als bester Schütze des Regimentes durch.

Beim Vogelschießen, das wieder bei Gretchen und Michel stattfinden konnte, gab es diesmal viele heiße Anwärter auf den Zugkönig. Unser Flügelleutnant Peter Ackers enthob uns aller Spekulationen, als er nach mehrstündigem Wettkampf dem Vogel den Gnadenschuß gab.

Drei Tage später, beim Bundesköniginnentag in Köln-Stammheim, der letzte vor dem zu erwartenden Großereignis in unserem Hei­matort Büttgen, war es für uns selbstver­ständlich, daß wir mit dabei sein mußten.

Nach der gut besuchten Messe marschierten wir einmal rund um Stammheim bis zum Vorbeimarsch an den Majestäten. Für einen war dieser Tag ein besonderes Erlebnis, durfte er doch das erste Mal in Paradeuni­form als Sappeur mitgehen: die Rede ist von Birger Krause. Nach einem kurzen Auf-enthalt im Festzelt traten die Sappeure im ersten überfüllten Bus, mehr stehend als sitzend die Heimreise nach Büttgen an.

Fünf Sappeure hatten von diesem Vormittag aber noch nicht genug, nein, sie mußten un­bedingt, der Einladung des Schützenkönigs Ralf I. folgend, in seltsame Gewänder ge­kleidet am Driescher Schützenfest teilneh­men. Unter tätiger Mithilfe der Schützenkö­nigin wurden die Sappeure von blauweiß auf schwarzweiß getrimmt. Allerdings ließ es sich der inzwischen ausgeschlafene Ober­feldwebel nicht nehmen, über das Abzeichen der Braven mit einigen schnellen Nadelsti­chen der Königin das Wappen der Sappeure aufzunähen.

Hans-Peter Kallen, obwohl in Driesch als Schützenlustiger selbst fest eingespannt, überließ Dirk Schreinermacher, der niemals im Frack laufen wollte, gerne die Ehre des Fahnenträgers, um noch einmal als Grena­dier zu marschieren. Allerdings raste er gleich nach der Parade auf der Schützenlust-Kawasaki zum Umziehen nach Hause, um dann in seiner Driescher Uniform mit seinem eigenen Zug nochmals an der Parade teilzu­nehmen. Kein Driescher hätte geglaubt, daß ein Kallen sooo schnell sein kann, aber er hatte es geschafft.

Nun ging es mit Riesenschritten auf unser Schützenfest zu. Die Vorbereitungen waren getroffen, und es sollte, so war unser aller Wunsch, für unseren scheidenden Major ei­nes der schönsten werden.

Wunsch, für unseren scheidenden Major ei­nes der schönsten werden.

Diesmal ließen wir es langsam angehen. Aus Termingründen hatte unser Oberst darum gebeten, daß wir ihm die Maien statt Freitags schon einen Tag früher setzen sollten. Gerne kamen wir dieser Bitte nach. Das Einsetzen der Maien ging dann auch zügig vonstatten, da die nicht ganz so großen Mitglieder des Sappeurcorps sofort hinten anfaßten, um nicht von den eher hochgewachsenen Ein-setzern überrannt zu werden. Am Freitag trafen wir uns zur gewohnten Zeit wieder in der Gaststätte Sebastianus, um von dort aus unseren 1. Brudermeister aufzusuchen. Nach dem Aufhängen der Ehrenscheibe durften wir uns im Garten der Familie Haas von dieser anstrengenden Tätigkeit erholen.

An diesem Abend machten sich einige Sap­peure auf, um am Ortseingang von Driesch Fotos zu machen. Gleichzeitig war auch die Videokamera im Einsatz, als wir dort zu Eh­ren seiner Majestät Ralf I das Ortsschild mit einem anderen Schild

Königsdorf

Stadt Driesch

Reg.-Bezirk Büttgen

überklebten.

Samstag morgen fand das mittlerweile schon zur Gewohnheit gewordenene Frühstück bei Schreinermacher statt. Anschließend ging es zum Ehrenmal, wo dann der Altarhimmel aufgebaut wurde. Wo andere eine Leiter brauchen, haben wir ja Gott sei Dank Wolf­gang Benien, der wie immer für einen schnellen Aufbau sorgte.

Nachdem wir am Friedhof unserer Toten ge­dacht hatten, ging es zum Maiensetzen zu unserem Zugkönig Peter Ackers. Beim an­schließenden Frühschoppen verlieh er keine Orden, sondern übergab an jeden Sappeur eine Ehrennadel, die von nun an zusätzlich zur Sappeurnadel am weißen Rock getragen

1994

Am 29. Januar 1994 fand in unserer Stamm­kneipe ein ganz besonderer Termin statt. Das Sappeurcorps hatte dazu eingeladen, den hl. Sebastianus, der vor ca. 10 Jahren von dem damaligen Sappeur Helmut Gerstmann in Spanien im Auftrag des Sappeurcorps er­worben wurde, einen geeigneten Platz in un­serem Lokal, den Sebastianusstuben, zuzu­weisen. Zuvor mußte das Gemälde, das von einem nicht bekannten Maler um 1850 ent­standen ist, restauriert werden. Diese Arbeit übernahm der Büttgener Künstler Walter Gerresheim. Heinrich Pusch fertigte für dieses

werden mußte. Unser Major erhielt aus seiner Hand einen Ehrenteller, den er ihm nicht als Sohn sondern als Zugkönig in Anerkennung für Martins langjährige Verdienste im Corps überreichte.

Das von Peter hervorragend zubereitete Spanferkel fand reißenden Absatz, so daß wir, entsprechend gestärkt, einige Stunden später zum Beginn des Schützenfestes antre­ten konnten.

Am Sonntag war Holgers Frühstück bei sei­nen Eltern in der Pescher Straße.

Nachdem die Vorreiter unserem Major zu Ehren seines letzten aktiven Schützenfestes ein Bild überreicht hatten, zogen wir unter Führung des Grimmlinghauser Tambour-corps von der Pescher Straße bis zur Birk-hofstraße, wo sich die Hubertus-Schützen-gesellschaft uns anschloß. Gemeinsam mar-schierten wir am staunenden Oberst vorbei. Statt zum Antreten, marschierten wir zur Driescher Straße, um den Schützenkönig abzuholen. Da Ralf I. schon weg war, nahmen wir die „Braven“ ins Schlepptau, um zum Antreten an der Bahnstraße zurückzu-marschieren, wo wir natürlich noch recht-zeitig zum Abmarsch ankamen.

Nach der Parade und anschließendem Um­zug begann die Ordensverleihung im Zelt. Zu unserer Freude wurde Thomas Willems mit dem silbernen Verdienskreuz ausge­zeichnet.

In der Residenz des Königs Ralf I. im Pfarr­zentrum überreichten wir seiner Majestät ein eingerahmtes Exemplar des Ortsschildes, das wir von Freitag auf Samstag an allen Orts­eingängen von Driesch angebracht hatten, die aber leider den Sonntagmorgen nicht mehr erlebt hatten.

Nun ging das Schützenfest mit großen Schritten seinem Ende zu und unserem Ma­jor wurde es zusehends schwerer um's Herz. Der Majorsfrühschoppen am Dienstag litt dann auch etwas unter den Vorzeichen des Rücktritts. Als schon fast alle nach Hause

gegangen waren, tauchte auf dem Fahrrad ein ehemaliger Sappeur namens Heinrich Pusch auf, der sich auf dem Heimweg zur Mühle nach dem Wohlergehen unseres Majors erkundigen wollte. Bei einem oder mehreren Gläschen Bier überzeugte unser Leutnant den Mühlengeist davon, daß er zur letzten Parade unseres Majors dringendst noch einmal in die weiße Uniform schlüpfen müsse. Sofort eilte Heinrich nach Hause, um dann dort erschrocken festzustellen, daß am Schlag seiner Hose die letzten Jahre auch nicht spurlos vorübergegangen waren. So mußte Anne mit ihm nach Neuss hetzen, um dort noch eine neue schwarze Hose zu erste­hen.

Beim Pokalschießen waren wir wieder ein­mal erfolgreich. Wie in den letzten Jahren schon fast üblich, wurde beim Schützenpo­kal ein Pfand geholt. Bei den Chargierten schoß Martin bei seinem letzten Schuß als aktiver Sappeur im wahrsten Sinne des Wor­tes den Vogel ab und holte zum ersten Mal in der Geschichte des Sappeurcorps den Chargiertenpokal, der bis heute allerdings noch nicht ausgehändigt werden konnte, da in der Bruderschaft niemand weiß, wer die­sen Pokal zuletzt erhalten hat.

Im Laufe des Abends kehrte Heinrich dann, nach siebenjähriger Abwesenheit, zu unser aller Freude wieder in den Schoß der Sap­peurfamilie zurück. Den Anstoß dazu gab Anne mit den Worten: „Ich kann weiße Ho­sen bügeln!“

Damit war das Schützenfest zu einem krö­nenden Abschluß gebracht, und beim obliga­ten Spießabend waren die beiden schon wie­der dabei, als wären sie nie weg gewesen.

Ende Juli waren wir zum 60-jährigen Jubi­läum bei den Holzbüttger Pionieren eingela­den. Unser Major überreichte einen Zinntel­ler und anschließend nahmen wir an Umzug und Parade teil.

Am 27. August wurde zum alljährlichen Reibekuchenessen in Michel's Rievkooke­buud geladen.

Vor dem offiziellen Teil tra­fen wir uns zwei Stunden vorher zu unserer Versammlung um den Nachfolger von Mar­tin zu wählen. Zur Wahl stellten sich Peter Ackers, unser Leutnant und Peter Viehoever, unser Spieß.

Nach der Auszählung entfielen auf Peter Ackers 13 von 15 Stimmen. Bei der dadurch notwendigen Neuwahl des Flügelleutnants wurden mehrere Mitglieder vorgeschlagen, bei denen sich Thomas Willems im ersten Wahlgang mit der notwendigen Mehrheit von 8 Stimmen durchsetzen konnte.

Einen Monat später fand das Skatturnier des Grenadierzuges Rheintreue statt. Mit 8 teil­nehmenden Sappeuren (inclusive unserem Herrn Oberst) stellten wir mal wieder das stärkste Kontingent. Martin als Titelverteidi­ger holte sich erneut den Pokal als bester Aktiver. Das Corps kam in der Mann­schaftswertung, wie beim Fußballturnier, auf den zweiten Platz.

Zum Schützenfest in Allrath, zu dem wir von Oberst und Schützenkönig Heinz Mostert eingeladen worden waren, marschierte Martin noch einmal in blauer Paradeuniform vorne weg und Michel konnte überredet werden, als Flügelleutnant zu fungieren. Um unsere Reihe aufzufüllen, engagierte Martin hochwertige Gastmarschierer, denn unser Oberst wollte sich nach langen Jahren als Berittener zu Pferde wieder einmal zu Fuß mitten in der Reihe versuchen und auch der Jägeradjutant ließ es sich nicht nehmen, noch einmal einen blauen Rock überzustreifen. Außerdem wollten Rainer Linden, Christian Benien, Thomas Borren und Rainer Derichs mit dabei sein.

Beim Antreten vor der Residenz zusammen mit dem Tambourcorps Allrath überreichte Martin an den Tambourmajor als Gastge­schenk zwei paar Stulpenhandschuhe. Der Umzug wurde wegen des starken Regens verkürzt und der Aufzug der Musikkapellen wurde im Zelt nachgeholt, eine Gelegenheit,

die der Geschäftsführer der Bruderschaft sogleich nutzte, um noch einige Verträge für den Bundesköniginnentag vorzubereiten.

Am 9. Oktober 1994 war die erste große Veranstaltung unter der Leitung der neuen Corpsführung:

Der Abschied von Martin als aktiver Major!

Martin wurde unter dem Beifall der vielen Gäste, die zu diesem Empfang erschienen waren, von Peter zum Ehrenmajor ernannt. Sozusagen als Sahnehäubchen konnte der er­ste Brudermeister Helmut Haas ihm das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz überreichen.

Zum Schluß übergab Martin, nachdem er das ganze Corps auf die Bühne befohlen hatte, die Degen des Zugführers und des Flügel­leutnants an die neue Corpsführung.

Wir möchten ihm an dieser Stelle noch ein­mal unser aller Dank für seine langjährige Tätigkeit im Sappeurcorps aussprechen ver­bunden mit der Hoffnung, daß er uns noch lange Jahre mit seiner Anwesenheit und sei­ner Anneliese erfreut.

Beim Kegelturnier am 19. November haben wir so abgeschnitten, wie meistens in den letzten Jahren, nämlich auf den hinteren Plätzen.

Die Nikolausfeier fand, wie in den Vorjahren im Pfarrzentrum statt. Diese Veranstaltung gehört mittlerweile zu dem nach dem Schützenfest wichtigsten Ereignis des Jahres, zumindest, wenn man an unsere Kinder denkt. Unser Dank gilt an dieser Stelle vor allem Norbert Fahnenbruch. Aber nicht vergessen wollen wir die Mitglieder mit ihren Frauen, die die Nikolaustüten füllten, Weckmänner und die Zutaten (Servietten, Milch, Kaffee) besorgten, und durch geschicktes Zusammenfügen unterschied-lichster Backzutaten hervorragende Kuchen zustande brachten.

1995

Beim Regimentsschießen, bei dem wir als Titelverteidiger starteten, konnten wir leider den Pokal nicht verteidigen, denn wir beleg­ten wegen der schwachen Beteiligung an diesem Tage nur einen mittelmäßigen 6. Platz. Bei der Monatsversammlung im Fe­bruar wurde über die endgültige Aufnahme von Birger Krause abgestimmt, die für Birger positiv entschieden wurde. Peter Viehoever hatte zwei Beile verchromen lassen und diese dem Corps gestiftet. Beim Hallenfußballturnier konnten wir leider nicht den 2. Platz wiederholen, wir erreichten in diesem Jahr nur einen 5. Platz.

Am 11. März 1995 fand die Jahreshauptver­sammlung des Sappeurcorps statt. Thema war unter anderem der bevorstehende Bun­desköniginnentag in Büttgen.

Der Bundesköniginnentag rückt näher.

Für die Durchführung dieses Tages waren bereits seit Monaten Holger Heurs im Ar­beitskreis „Presse“ und Wolfgang Benien im Arbeitskreis „Werbung“ tätig. In den letzten Tagen vor diesem Fest wurde Wolfgang beim Schmücken der Büttgener Straßen unterstützt von Michael Koch und Birger Krause und mehreren „Braven“.

Der Bundesköniginnentag begann bereits am Samstag, dem 20. Mai mit einem Empfang der Stadt Kaarst im Büttger Rathaus. Neben vielen Ehrengästen war natürlich auch die Bundeskönigin des Jahres 1996, Renate Oehmen, mit ihrem Bundeskönig und der Hochmeister des Bundes der historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Huber­tus Prinz zu Sayn-Wittgenstein, anwesend. Nach diesem Empfang fand auf dem Rat­hausplatz der Große Zapfenstreich statt. An­schließend wurde die Bundeskönigin und der Hochmeister mit allen Ehrengästen vom Sappeurcorps zum Festzelt geleitet, wo ein „Rheinischer Abend“ stattfand. Das bunte Programm hierzu hatte der zweite Brudermeister

Ludger Heinz zusammengestellt. Neben den Fidelen Musikanten vom Niko­lauskloster, die in einer Sondereinlage von unserer Claudia dirigiert wurden, traten die „Nüsser Schnute“ mit einem Einakter auf , in dem unser Heinrich Pusch die Hauptrolle als Schützenkönig spielte. Vervollständigt wur-de dieser Abend durch Büttger Bürger wie Heilgard Bierwith, Hermann-Josef Maaßen, der Tanz- und Showgruppe Kaarst-Büttgen und dem Akkordeon-Orchester Büttgen-Korchenbroich.

Der eigentliche Bundesköniginnentag be­gann für die Sappeurfrauen und den Frauen des Vorstands bereits am frühen Morgen des 21. Mai im Radsportzentrum. Hier galt es für alle Königinnen und Könige, tausende von Schützen und die Musikern belegte Brötchen herzurichten. Bei dem Festgottesdienst, der vom Abt Dr. Placidus Mittler aus Siegburg im „Radsportdom“ zelebriert wurde, be­stand die Aufgabe des Sappeurcorps darin, alle Ehrengäste zu ihren Plätzen in der Rad­sporthalle zu geleiten.

Auch beim anschließenden Festzug wurden die Königinnen und die dazugehöhrenden Schützenkönige, die zu diesem Anlaß aus ganz Deutschland mit ihren Schützen-abordnungen als Geleit angereist waren, vom Sappeurcorps durch die festlich ge-schmückten Straßen Büttgens geleitet. Der Höhepunkt dieses Festzuges war der Vorbeimarsch vor der Bundeskönigin und den Ehrengästen auf dem Robert-Grootens-Platz. Die Auflösung war dann auf dem Festplatz an der Birkhofstraße.

Beim Schießen um die Zugkönigswürde war dieses Mal Holger Heurs der Glückliche, dem das Königssilber als äußeres Zeichen der Königswürde vom neuen Hauptmann des Sappeurcorps, Peter Ackers, umgelegt wurde.

Kaum war der Bundesköniginnentag vorbei und die Straßen Büttgens wieder abge­schmückt, stand für das Sappeurcorps eine

Riesenüberraschung ins Haus, denn unser Corpsmitglied Hans-Peter Kallen, der auch Mitglied der Schützenlust 1903 in Driesch ist, hatte am 29. Mai 1995 den Königsvogel von der Stange geholt und war damit für das Regierungsjahr 1995/96 Schützenkönig von Driesch.

Eine Abordnung des Sappeurcorps gratu­lierte dem neuen Königspaar zu diesem be­sonderen Ereignis.

Als das Königspaar nachts nach Hause kam staunte es nicht schlecht, denn der Mai vor ihrem Hause an der Humperdinckstraße hatte plötzlich die Farbe gewechselt. Statt einem grünen, stand nun ein bau-weißer Mai vor dem Haus von Hans-Peter und Conny.

Durch den anhaltenden Regen am Königs- und Oberstehrenabend verlief diese Ver-anstaltung etwas anders als geplant, denn ein Teil dieses Abends fand mit musikalischer Begleitung im Zelt statt. Nachdem Petrus ein Einsehen mit den Büttger Schützen hatte, konnte der Umzug in etwas verkürzter Form und der Vorbeimarsch beim Oberst und König stattfinden. Anschließend ließen wir den Abend bei Thomas ausklingen.

Die Vorbereitungen des Schützenfestes be­gannen für das Sappeurcorps donnerstags mit dem Aufstellen der zwei eisernen Maien beim Oberst Hubert Dickers. Da dieser Ter-min nun zum zweiten Mal so vereinbart wurde, wird nach Büttger Art dieser Donnerstag zur Tradition. Freitags stellten wir die Maien in der Vom-Stein-Straße beim Spieß Peter Viehoever und beim Flügel-leutnant Thomas Willems auf. Anschließend brachten wir die Bruderschaftsscheibe beim 1. Brudermeister Helmut Haas an.

Nachdem wir uns am Samstagmorgen bei Dirk gestärkt, das Altarzelt aufgebaut und die Blumen auf die Gräber ehemaliger Sap­peure niedergelegt hatten, begaben wir uns zu unserem Zugkönig Holger Heurs. Hier wurde zunächst in seinem neuen Domizil an der Orffstraße der Mai aufgestellt.

Anschließend waren wir Gäste von Holger und Tanja und verbrachten ein paar schöne Stun-den, bevor wir das erste Mal aufmar­schierten.

Am Sonntagmorgen hatte Hans-Peter Kallen das Sappeurcorps und unsere Musiker aus Grimmlinghausen zum Frühstück eingela­den. Auch der Grenadier Dieter Krüll er­schien in Paradeuniform der Sappeure und übergab dem Corps einen Becher mit einer ganz besonderen Widmung, denn dieser Be­cher bekommt derjenige Schütze, der beim Vogelschießen der Aktiven den Schweif ab­schießt. Gemeinsam mit den Braven und den Hubertusschützen marschierten wir mit musikalischer Begleitung von „Frei-Weg“ Grimmlinghausen zum Antreten. Hier übergab Major Kampermann Martin Ackers den Majorsorden der Hubertusschützen. Wäh­rend des Frühschoppens im Festzelt wurde Holger Heurs das Silberne Verdienstkreuz verliehen. Der restliche Sonntag und der Montag ging mit viel Freude im Corps schnell vorbei.

Unser neuer Hauptmann, Peter Ackers, hatte am Dienstagvormittag alle Sappeure ein­schließlich den Ehrenmitgliedern und den Passiven zum Hauptmannsfrühstück im be­währten "Festzelt" am Postweg eingeladen. Zwischen Krustenbraten und Bierchen druckste Peter noch etwas herum und kam dann mit dem Hammer des Tages heraus. Er teilte uns mit, daß er, "Peter Ackers", auf den Vogel schießen wolle. Danach trat zunächst Stille ein. Manchem wurde es komisch im Magen. Die letzten Bissen des Krusten-bratens rutschten langsamer. Dann kam jedoch Zustimmung auf und die Stimmung zog wieder an, denn es steht doch 1996 das 90. Jubiläumsjahr des Sappeurcorps an.

Dann kam das Schießen. Peter Ackers und Willi Kirchhartz traten an dem Schießstand an. Mit dem 36. Schuß holte Peter den Vogel von der Stange und wurde Schützenkönig von Büttgen für das Regierungsjahr 1996/97. Durch dieses Königsjahr begleiten ihn sein Bruder, Norbert Ackers und Thomas Willems

als Minister. Das Sappeurcorps bildet den Ehrenzug. Schnell wurden alle Frauen des Sappeurcorps informiert. Beim Abholen des „Alten Königs“ zogen wir dann gemein­sam mit unseren Frauen ins Festzelt ein.

Zum Abschluß des Schützenfestes fand am Mittwochabend ein "Großes Spießessen" im Spießschen Garten an der Vom-Stein-Straße statt, wo noch ausgiebig über unseren Schüt­zenkönig und das bevorstehenden Schützen­jahr erzählt wurde.

Bei den Schützenfesten des Jahres 1995 in Holzbüttgen und Vorst repräsentierte Peter Ackers mit seinen Ministern die St. Sebasti­anusbruderschaft in Büttgen.

Am 26. August fand in der Alten Kirche die Trauung von Holger und Tanja statt. Be­schirmt von Sappeurbeilen traten beide in den Ehestand. Zu der anschließenden Hoch­zeitsfeier in der TESPO, zu der das gesamte Corps eingeladen war, wurde das Brautpaar auf chinesische Art mit einer Rikscha ge­bracht, die stilecht von „Mühlengeist“ Hein­rich angetrieben wurde. Die Hochzeitsfeier war gespickt mit einigen Überraschungen des Sappeurcorps und endete in den frühen Morgenstunden.

Beim Skat- und Kegelturnier belegten wir nur mittelmäßige Plätze. Bei der Nikolaus­feier wurde der zweite Brudermeister Ludger Heintz und der Geschäftsführer Rainer Lin­den als Ehrenmitglieder in das Sappeurcorps aufgenommen.

1996

Bei der Generalversammlung am 20. Januar wurde Wofgang Benien als Beisitzer wieder­gewählt. Zuvor wurde Ludger Heintz zum Ersten Brudermeister und Herbert Hargarten zum zweiten Brudermeister gewählt. Beim Regimentsschießen belegten wir trotz gutem Schießergebnis nur einen 6. Platz. Auch beim Fußballturnier kamen wir trotz Schüt­zenkönig nicht über einen 6. Platz hinaus.

Die nachfolgenden Monate waren gepägt durch eine Vielzahl von Terminen, die un­sere „Zwei Schützenkönige“ verursacht hat­ten. Hier war vor allem die Kunst des Röschendrehens gefragt, zu dem unsere Frauen einen erheblichen Beitrag lieferten. Die mühevollen Versuche einiger Sappeure hielten sich dagegen in Grenzen.

Beim Zugvogelschießen am Himmelfahrts­tag gab es mehrere „heiße Anwärter“, von denen jedoch wegen mangelnder Schieß-kunst keiner das letzte Stückchen Vogel her-unterholte. Das erledigte dann Dirk Löcher, der sich zu diesem Thema die ganze Zeit still verhalten hatte.

Nun stand das Driescher Schützenfest mit unserem König Hans-Peter I. vor der Tür, zu dem das Sappeurcorps als Ehrenzug ein­geladen war. Verschiedene Sappeure waren bereits seit einigen Tagen unter Leitung un­seres Hofbaumeisters Heinrich Pusch damit beschäftigt, die Residenz in Driesch zu rich­ten und das Schützenzelt zu schmücken.
Verstärkt wurden die Aktiven durch ihre Frauen und bei vier Mitgliedern auch durch die Hofdamen.

Bei dem Driescher Schützenfest nahm das Sappeurcorps als Ehrenzug an allen Festta­gen teil. Höhepunkt war bei wunderschönem Wetter am Montag die Königsparade und der Königsball zu Ehren S.M. Hans-Peter I., sei­ner Königinn Conny und den beiden Mini­sterpaaren. Bei diesen Veranstaltungen am Montag nahmen auch fünf Sappeurtöchter als Hofdamen teil.

Kaum ist das Schützenfest in Driesch vorbei, nähert sich schon mit Riesenschritten das Büttger Schützenfest mit S.M. Peter XV., seiner Königin Andrea und den Minister­paaren Norbert und Jutta Ackers sowie Thomas und Doris Willems. Die Vorberei­tungen hierzu sind im vollen Gange und ich wünsche dem Königspaar, dem ganzen Sap­peurcops sowie dem gesamten Büttger Schützenfest einen harmonischen Verlauf und königliches Wetter.

Das erste Jungsappeurcorps

Das Sappeurcorps hatte den Gedanken, ein Jungsappeurcorps zu gründen, um einmal ge-eigneten Nachwuchs zu haben.

Durch die Initiative von Martin Ackers in Verbindung mit dem neuen Major Hermann Lessmann wurde 1978 mehrheitlich im Corps beschlossen, ein Jungsappeurcorps zu gründen. Dieses Jungcorps bestand aus zehn Jugendlichen im Alter von 13 Jahren.

Die Gründungsmitglieder waren:

Peter Ackers

Guido Faßbender

Holger Heurs

Georg Hausmann

Wolfgang Kemmerling

Jürgen Kluth

Ralf Küsters

Thomas Knoch

Dieter Metzen

Stefan Neuenhausen

In den ersten drei Jahren trugen die Jung-sappeure, bedingt durch ihre Wachstums-sphase, weiße Hosen mit hellblauen Hemden und eine blaue Kappe. Das Beil war ganz aus Holz.

1981 traten Wolfgang Kemmerling, Jürgen Kluth und Stefan Neuenhausen aus dem Zug aus. Gleichzeitig wurden drei neue Mit-glieder Helmut Müller, Joachim Reinemann und Stephan Stammann in das Jung-sappeurcorps aufgenommen. Im diesem Jahr trugen die Jungsappeure zum ersten Mal die blaue Paradeuniform der Sappeure. In dieser Besetzung marschierten die Jungsappeure bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1984. In der gesamten Zeit lag die Corpsführung in den Händen von

Peter Ackers Hauptmann
Georg Hausmann Leutnant
Holger Heurs Spieß

Anfang 1985 wurden Peter Ackers, Guido Faßbender, Holger Heurs, Dieter Metzen und Helmut Müller als Unterfeldwebel in das Sappeurcorps eingegliedert.

Das zweite Jungsappeurcorps

Kurz nach Schützenfest stellten sich mehrere Edelknaben bei Martin Ackers und Hermann Lessmann vor, die darum baten, im nächsten Jahr als Jungsappeure marschieren zu dür­fen. Das Corps stimmte diesem Antrag der Jungen zu. Damit waren die Weichen für ein zweites Jungsappeurcorps gestellt.

Dieses Jungcorps bestand aus acht Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren. Zugführer war Daniel Viehoever. Vervollständigt wurde die junge Corpsführung mit Frank Es­ser als Flügelleutnant und Christian Benien als Spieß. In den ersten Jahren der Wachs­tumsphase trugen die Jungsappeure wie ihre ehemaligen Vorgänger weiße Hosen mit hellblauen Hemden und eine blaue Kappe. Die Beile waren aus Holz. Unser Oberst Hu­bert Dickers hatte diese Holzbeile angefertigt und dem Jungcorps übergeben. Die Jungsap­peure nahmen von nun an auch am Zugkö­nigsschießen teil und stellten einen eigenen Zugkönig.

Hans-Jürgen Even vom Jungsappeurcorps wurde am Schützenfestdienstag Schülerprinz für das Schützenjahr 1989/90. Seine Minister waren Frank Esser und Alexander Hausmann. Bei der Nikolausfeier im Jahre 1989 beka-men alle Jungsappeure zu den hellblauen Hemden Schulterstücke.

Zum Schützenfest 1990 trat der Schülerprinz mit seinen Ministern in der weißen Ausgeh-uniform des Sappeurcorps auf. Im Jahre 1991 trugen die Jungsappeure die blaue Uniform des Sappeurcorps, jedoch ohne Schürtze und ohne Tschako

Thomas Borren, der 1992 Zugkönig der Jungsappeure wurde, konnte seine Königs-kette leider nicht an den Schützenfesttagen dieses Jahres tragen, denn kurz nach dem Zugvogelschießen hatten mehrere Jung-sappeure einen eigenen Jägerzug gegründet. Damit bestand für die restlichen vier Jungen keine Basis mehr für ein eigenes Jung-sappeurcorps. Zwei weitere Jungsappeure, Thomas Borren und Christian Benien bilden seit 1993 einen Teil der 1. Fahnenkompanie und sind seitdem passive Mitglieder des Sappeurcorps.

Im Frühjahr des Jahres 1996 fanden sich sie-ben Jungen zusammen, die ein neues Jung-sappeurcops gründen wollten und stellten daher beim Spieß Peter Viehoever und dem Zugführer Peter Ackers einen entsprechen-den Antrag. Das Sappeurcorps stimmte die-sem Antrag einstimmig zu.

Um sich gegenseitig kennen zu lernen lud das Sappeurcorps die Jungen zum Zugvogel-schießen am Himmelfahrtstag ein und sie schossen, wie die früheren Jungsappeure, einen eigenen Zugkönig aus. Michael Kotzot war der glückliche Jungschütze, der den letzten kleinen Rest des Vogels von der Stange holte.

Die Jungsappeure werden dieses Jahr zum ertsen Mal aufmarschieren. Als Uniform tragen diese Jungen hellblaue Hemden und
weißen Hosen. Dazu gehöhrt natürlich auch das Sappeurbeil in Holzausfertigung.

Die Namen der Jungsappeure sind:

Markus Esser

Andreas Habenbacher

Richard Heintz

Thomas Kirchner

Michael Kotzot

Rene`Viehoever

Jan-Paul Wiezorek

Der seit dem vierten Lebensjahr als Schütze aktive Richard Heintz, dessen Vater der erste Brudermeister in Büttgen ist, wurde am 16. Mai 1996 beim traditionellen Sappeur-Vo-gelschießen als Hauptmann der Jungsappeure gewählt am Schützenfest dem Zug voran-gehen.

DIE ZUGFÜHRER DES SAPPEURCORPS

GOTTFRIED LAUTH 1906 - 1911

FRANZ LAUTH 1911 - 1957

JOHANN KEMMERLING 1957 - 1960

HEINZ KAMPS 1960 - 1977

HERMANN LESSMANN 1977 - 1982

WOLFGANG DAMM 1982 - 1987

MARTIN ACKERS 1988 - 1994

PETER ACKERS seit 1994